MSC Dohren – German Speedway Masters – Jakub Jamrog gewinnt die Einzelwertung, die Teamwertung geht an die Black Forest Eagles Berghaupten!

MSC Dohren – German Speedway Masters – Jakub Jamrog gewinnt die Einzelwertung, die Teamwertung geht an die Black Forest Eagles Berghaupten!

 

Das war sie nun, die Premiere der neuen Serie der German Speedway Masters. Sie hatte viele Facetten am gestrigen Tag. Die sportlichen Ergebnisse sind dabei das, was die wenigsten Erklärungen benötigt.  Der als Ersatz für Martin Smolinksi eingesetzte Jakub Jamrog aus Polen hatte einen überragenden Abend und mit 19 von 21 Punkten (einschließlich Semi/Finale) sein Punktekonto prall gefüllt und er stand am Ende des Abends zu Recht ganz oben auf dem Podium. Mit seinen 19 Punkten konnte er zudem den Löwenanteil zum dritten Platz des MSC Olching mit 21 Punkten in der Teamwertung beitragen.

 

Auf dem zweiten Platz in der Einzelwertung fuhr Matias Nielsen aus Dänemark. Nach den Vorläufen hatte Nielsen 12 Punkte auf sein Konto. In einem sehenswerten zweiten Halbfinale sah es zuerst so aus, als wenn der Däne als Dritter ausscheiden würde. Lukas Baumann und Max Dilger führten drei Runden lang das Halbfinale an, erst in der letzten Runde quetsche sich der Däne noch an Max Dilger auf den zweiten Platz vorbei und war somit für das Finale qualifiziert.  Zudem fuhr er mit Max Dilger im Team der Black Forest Eagles aus Berghaupten. Beide zusammen hatten zum Schluss 27 Punkte für die Teamwertung eingesammelt und holten sich damit mit einem gutem Vorsprung den Gesamtsieg in der Teamwertung.

Einzelwertung: Matias Nielsen (2), Jakub Jamrog (1) und Kai Huckenbeck (3)

Der dritte und der vierte Platz wurden im Finale nicht mehr ausgefahren. Zuerst wurde Lukas Baumann nach einem Sturz nach dem ersten Start disqualifiziert. Aus meiner Sichtweise zu Unrecht, da er vom Dänen Matias Nielsen etwa dabei angeschoben wurde. Sei es darum, trotz Gespräche beim Schiedsrichter blieb es bei der Disqualifizierung. Im zweiten Start war der bis dahin ebenso stark fahrende Kai Huckenbeck aus Werlte etwas zu schnell und hatte das Tape vom weißen Startplatz startend, gerissen. Auch hier folgte die Disqualifizierung. Daher das obige Finale mit zwei Fahrern.

 

In der Teamwertung fiel der dritte Platzt an den Bahnsportrückkehrer und Mitinitiator 4-Tore Neubrandenburg mit Michael Härtel und Vaclav Milik aus der Tschechei.  Beide Fahrer konnten am Ende des Tages 19 Punkte auf das Teamkonto verbuchen. Das war ein Topeinstieg aus Wiedereinsteiger!

Teamwertung: 2. Platz – MSC Olching: Jakub Jamrog (Erik Bachhuber (da STC am kommenden Tag) war schon abgereist) // 1. Platz – Black Forest Eagles Berghaupten: Matias Nielsen & Max Dilger // 3. Platz – 4-Tore Neubrandenburg: Michael Härtel & Vaclav Milik

Zu den sportlichen Ergebnissen muss wie in letzten Jahren schon, der MSC Dohren lobend erwähnt werden. So eine Veranstaltung (ca. 4.000 Zuschauer) was schon das Attribut Event-Charakter positiv anhängt, aus dem Fußboden zu stampfen, ist auch nicht mal eben so gemacht. Alle Achtung!  Selbst als kurz vor der Fahrervorstellung der Strom ausfiel, blieb man nach außen ruhig und versuchte das Problem zu lösen. Nach ca. 40 Minuten war dann alles wieder „unter Dampf“. Spätere kleinere Probleme mit der Startmaschine wurden auch kurzerhand schnell behoben.  Also dem MSC Dohren und all seinen Verantwortlichen und Helfern kann man hier nur ein großes Dankeschön für ihre Mühen aussprechen.  Dohren war auch in diesem Jahr unbedingt eine Reise wert und ein absolut würdiges Startpaket der German Speedway Masters!

Beeindruckend fand ich die Bahn. Ich habe selten so viele starke Läufe in Dohren gesehen. Der alte Spruch „Außen geht hier was!“, den konnte man am gestrigen Abend für bare Münze nehmen.  Starke Fights, starke Überholmanöver und Zweikämpfe durchzogen die Rennen über große Teile des Abends. Es war Action vom ersten Heat an da.  Dazu beigetragen haben auch die Fahrer. Es war „zwar nur“ die Premiere der GSM, ein „Einzelrennen“. Die Fahrer zeigten zum Rausschmeißer aus der Saison 2021 aber noch einmal ihr ganze Bandbreite ihres Könnens. Ein toller Speedwayabend!

 

Was ich nicht so überragend fand, war das eine Einzelwertung und eine Teamwertung in einem Rennen über quasi 23 Läufe gab. Da denke ich anders. Entweder fahre ich eine Einzelwertung oder eine Teamwertung. Oder was auch noch möglich wäre, dass man nach 20 Läufen die Teamwertung abschließt und die Semifinale und das Finale dann für die Einzelwertung heranzieht, ohne dass diese Punkte auf den Teams aus den drei restlichen Läufen geschrieben werden. Ab dem Semifinale will der Fahrer zuerst gewinnen und da steht das Team hinten an. Es wäre für die Semis auch die Auslosung über die Platzierung Grade/Ungerade (2-4-6-8 gegen 1-2-5-7)  möglich.

 

So wie jetzt, empfand ich es nicht gut. Als Beispiel: Neubrandenburg hatte in jedem Halbfinale einen Fahrer, dagegen die Black Forest Eagles aus Berghaupten waren mit zwei Fahrern im zweiten Halbfinale unter sich. In dem Fall hätte Berghaupten (oder eine andere Mannschaft) die Möglichkeit zum unterstützten Paar fahren nutzen können und Neubrandenburg oder auch andere Teams nicht. Dadurch einen hätten diese (am gestrigen Abend Berghaupten) kleinen Vorteil gehabt und sich einen entscheidenden Punkt besser zu sichern. Für den gestrigen Tag war es nicht relevant, aber was ist wenn die Entscheidung knapp gewesen wäre und ein Punkt hätte den Ausschlag geben können? Oder das Ergebnis einer ganzen Serie so entscheiden können?  Das Konstrukt hat mir daher so noch nicht gefallen, da ich es sportlich so infrage stelle.  Ich hoffe, es wird noch etwas feingetunt.

 

Mit Blick in die Zukunft würde ich das Format begrüßen, auch wenn es für mich kein Ersatz der Bundesliga ist. Bundesliga ist für mich Mannschaft gegen Mannschaft im direkten Vergleich und das war es nun nicht.  Der Vorteil liegt aber dennoch bei einem Einzelwettbewerb mit max. 23 Läufen und einem kleinen Teamcharakter. Wie erwähnt, mit meinem Blickwinkel muss die Teamwertung noch feingetunt werden.  Es bleibt auch abzuwarten, wie die Teams sich im kommenden Jahr bei der Termindichte aufstellen werden. Wenn ein häufiges Wechseln innerhalb der Teams aufgrund von Terminen der Fahrer vorgenommen werden muss, würde ich einen entscheidenden Faktor vermissen, die Identifikation der Fans mit dem Termin und deren (festen) Fahrer für das Team. Mit meiner Sichtweise ist das nicht zu unterschätzen.

Wie auch immer….nun ist die Saison 2021  im Bahnsport-Deutschland zu Ende gegangen. Das früher immer als Rausschmeißer aus der Saison bekannte Rennen in Dohren, hat das gehalten, was man vom MSC Dohren kennt: Eine großartige Veranstaltung! Das soll und möchte ich damit auch nicht schmälern.

 

Und es ist nun Zeit, das Konstrukt GSM mit all den gewonnen Erfahrungen aus Dohren noch einmal auf den Tisch zu legen, um so die kleinen Schrauben noch einmal fester anzudrehen oder zu lösen. Ich positiv auf das Jahr 2022 gespannt, wie es weitergehen wird.

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Das Einzelergebnis: 

 

 

 

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